Geständnisse einer Vielreisenden

Geständnisse einer Vielreisenden

with Keine Kommentare

Ihr ‚Reisetagebuch‘ sind lose Zettel. Ob das so gut ist berichtet Katrin von BEFOREWEDIE.DE

 

Wieso schreibst du deine Reise-Erinnerungen auf und was schreibst du auf?

Weshalb ich mir während meiner Reisen viele Dinge aufschreibe, liegt auf der Hand: Als Reisebloggerin berichte ich nach und manchmal schon während unserer Reisen über unsere Erlebnisse. Ich bin mit offenen Augen und Ohren unterwegs, sauge jede Information auf – am Ende des Tages sind das einfach sehr viele Eindrücke und man läuft Gefahr, die Details zu vergessen. Was hat die Fähre gekostet? Wie waren nochmal die Öffnungszeiten der Brücke (ja, eine Brücke kann Öffnungszeiten haben)? Wo gab es Schwierigkeiten und wo hätte ich mir vorab mehr Information gewünscht? Das sind die Dinge, die man nirgendwo im Nachgang recherchieren kann, weil sie auf keiner Webseite stehen. Die weiß man nur, wenn man vor Ort war. Und beinahe noch viel wichtiger: Wie hat sich ein bestimmtes Erlebnis auf Reisen oder ein Ort für mich angefühlt und warum?

abenteuer reise geschichtenDas sind alles Dinge, die man als „normaler“ Reisender zum Teil schnell wieder vergisst, weil sie zuhause niemanden im Detail interessieren. Oft bleiben einem nur die besonders positiven oder negativen Erlebnisse im Sinn. Nach wenigen Wochen weiß man schon gar nicht mehr genau, weshalb man so beeindruckt bzw. wenig angetan war. Das Aufschreiben meiner Erinnerungen sorgt dafür, dass ich mir Gedanken über das Erlebte mache und mich aktiv damit auseinandersetze. Ich mache das nicht, weil ich es „muss“, sondern weil ich mich gerne noch Jahre später an jedes Detail erinnern will.

Dazu kommt noch ein wichtiger Aspekt: Urlaub am Hotelpool gibt es bei uns nicht. Wir sind auf unseren Reisen extrem viel unterwegs, meist machen wir Roadtrips. Und da kommen einfach sehr viele Eindrücke zusammen. Es gab Momente, da wusste ich nicht mehr wo ich gestern war. Da habe ich begriffen, dass ich endlich anfangen muss, mir Dinge aufzuschreiben.

 

Wo schreibst du rein und wie stellst du sicher, dass du alle Erinnerungen behältst?

reisenotizen und erinnerungen aufschreibenErwischt – Ich schreibe nirgendwo „rein“, ich schreibe „drauf“. Auf lose Zettel, ausgedruckte Hotelreservierungen und Boardingpässe (ganz schlechte Idee). Manchmal sogar auf Servietten, wenn gerade nichts Anderes zur Hand ist und Ich den Gedanken unbedingt festhalten will. Ich bin leider das Chaos in Person. Das maximale Level an Organisation, das ich bisher erreichen konnte war, dass meine Notizen es tatsächlich in mein Smartphone geschafft haben.

 

 

Was sammelst du noch auf deinen Reisen an Erinnerungen?

Zu Beginn als wir angefangen haben recht viel zu reisen, habe ich oft Eintrittskarten, Stadtpläne, Infobroschüren oder ein paar Münzen der Landeswährung behalten. Das flog dann während des Urlaubs kreuz und quer in meiner Tasche herum, dann noch eine Weile irgendwo zuhause und dann war es vergessen. Nach Monaten entdeckt man die Dinge wieder beim Aufräumen und fragt sich, was man damit eigentlich wollte und wo man das Zeug jetzt unterbringen soll, ohne dass es stört. Und dann fliegt es in den Müll – bei mir zumindest (ich bin unorganisiert, aber kein Messie!). Daher habe ich mir das Sammeln solcher Dinge inzwischen abgewöhnt und bin als Mitbringsel umgestiegen auf die Starbucks Relief Tassen. Die liegen nicht rum, sondern machen sich nützlich. Im Grunde würde ich manche Dinge immer noch gerne in Maßen (nicht Massen) aufheben, aber ich habe keinen Platz dafür.

 

Wie behältst du zurück in Deutschland den Überblick und die Reihenfolge von deinen Reisen und Roadtrips?

usa roadtrip westküsteWürde ich mir das nicht alles schon direkt unterwegs aufschreiben, wäre ich zumindest ein bisschen verlorener. Wie gesagt, ich hatte dieses Erlebnis schon, dass ich nicht mehr wusste wo wir gestern waren und ich bin auch schon morgens aufgewacht und wusste spontan nicht, in welchem Ort wir gerade sind. Das klingt jetzt seltsamer als es ist. Wir erleben teilweise so viel an einem Tag während unserer Reisen und sind so lange auf den Beinen, dass der Körper und das Gehirn am Ende des Tages ziemlich am Ende sind (keine Angst, das ist alles in Ordnung so wie es ist). Da hilft Aufschreiben, auch wenn es erst 1-2 Tage später ist.

Bei unserer Reise durch den Südwesten der USA haben wir uns vorher eine Route zurechtgelegt und die meisten Unterkünfte vorgebucht. Auch wenn es einige Abweichungen vom Plan gab, ist es hinterher noch relativ leicht nachvollziebar wann wir wo waren. Aber es werden Roadtrips kommen, da werden wir uns komplett treiben lassen und nichts vorher planen. Da ich auf dem Blog allerdings ohnehin keine klassischen Reiseberichte wie „An Tag 3 zog es uns von X nach Y“ schreibe, gibt es Aspekte, die mir viel wichtiger sind als den Ablauf rekonstruieren zu können: Informationen und Eindrücke, die meine Leser und Menschen, die nach diesem Reiseziel suchen, interessieren – so etwas sauge ich auf. Oft ergeben sich daraus Ideen für neue Blogartikel und die müssen irgendwo notiert werden, sonst vergesse ich sie wieder.

 

Würdest du anderen Reisenden empfehlen auch auf Zettel zu schreiben?

reise-erinnerungen aufschreiben und notierenEs ist ein riesengroßer Spaß, sich zuhause lose Kritzeleien auf diversen Zettelchen zusammenzusuchen und das mit den restlichen Notizen im Handy zusammenzubringen. Da kann man die Reise nochmal so richtig schön Revue passieren lassen. Spaß beiseite, natürlich nicht! Warum das bei mir bisher dennoch so lief, ist meiner Unorganisiertheit und meiner Unwissenheit geschuldet: Ich wusste nicht, dass es so etwas wie Reisetagebücher gibt. Die JourneyBooks sehen wirklich toll aus, sind sehr liebevoll und detailreich gestaltet und machen sofort Lust, seine Erlebnisse an Ort und Stelle festzuhalten. Ich ärgere mich gerade, dass ich sie bei unserem Roadtrip durch die USA noch nicht kannte, da hätte ich wirklich ein Reisetagebuch gebrauchen können. Glücklicherweise habt Ihr auch eines für Island, da sind wir im Herbst.

Danke Katrin, dass du deine Tipps und Erfahrungen mit uns geteilt hast. 


Du hast zusammen mit deinem Freund Christian noch mehr zu berichten – was erwartet mich auf eurem Blog?

Christian und Katrin von beforewedie.deWir berichten auf BEFOREWEDIE.DE über unsere Reisen. Wir lieben Roadtrips genauso wie Städtetrips, suchen uns immer wieder kleine Abenteuer und landschaftlich spannende Reiseziele. Einen einen leichten Spleen was karibische Traumstrände angeht haben wir auch. Nach Aruba zu den Flamingos? Been there, done that. Schwimmen mit den Schweinen auf den Bahamas? Kommt bald. Eben die Dinge, die wir gerne noch erleben möchten – Ihr seid herzlich eingeladen, dabei zu sein.